Das Städtische Theater in Bildern

GENIUS LOCI
25. September 2023

Das historische Gebäude des Slowakischen Nationaltheaters steht an der Stelle des älteren Stadttheaters (sog. Csáky-Theaters) aus dem Jahre 1776.

Das Städtische Theater in Bratislava auf einer Postkarte aus den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts.

Dies war nach mehr als 100 Jahren Betrieb in einem desolaten Zustand, so dass die Stadt beschloss, es abzureißen und nach einem Projekt von Ferdinand Fellner und Hermann Helmer in den Jahren 1884-86 durch ein heutiges Neorenaissance-Gebäude zu ersetzen. An seiner Stirnseite wurde eine Plastik von Thalia, der Muse der Schauspielerei (von Theodor Friedl) platziert, in den ovalen Öffnungen über dem Balkon wurden Büsten von J. W. Goethe, W. Shakespeare, M. Vörösmarty (derzeit ersetzt durch die Büste von W. A. Mozart), F. Liszt und J. Katona (von Wilhelm Marhenke) aufgereiht. Der Raum vor dem Gebäude wurde 1888 mit dem Ganymed-Brunnen (Autor Viktor Tilgner) vervollständigt. Das Theater wurde am 22. September 1886 mit der Oper Bánk bán von Franz Erkel eröffnet, die während der ersten Handlung vom Komponisten selbst dirigiert wurde.

Die Stadt vermietete das Theater zunächst an deutsche und ungarische Theatergruppen, die sich etwa nach der Hälfte der Saison abwechselten.

In den hiesigen Ensembles starteten mehrere bedeutende Opern- und Theaterpersönlichkeiten ihre Karriere, u.a. der Dirigent Bruno Walter oder die Schauspieler Rudolph Schildkraut, Olga Engl und Max Pallenberg. In dieser Zeit nahmen an der Uraufführung ihrer Werke z.B. die weltberühmten Komponisten Johann Strauss jun., Franz Lehár oder Emmerich Kálmán teil. Nach der Entstehung der Tschechoslowakei übernahm das Slowakische Nationaltheater (gegründet 1920) – das am häufigsten im Gebäude spielte – die führende Rolle auf dem Kunstfeld von Bratislava. Um seine Entwicklung erwarb sich vor allem der tschechische Dirigent Oskar Nedbal große Verdienste, er war in den Jahren 1923 – 30 Direktor des Slowakischen Nationaltheaters.

Neben dem Slowakischen Nationaltheater fungierten weiterhin deutsche und ungarische Theatergruppen im Gebäude, für die bestimmte Tage oder Termine für Nachtvorstellungen vorbehalten waren. In der Zwischenkriegszeit gastierten hier weltberühmte Opernpersönlichkeiten (Pietro Mascagni, Richard Strauss, Ema Destinnová, Fiodor Šalapin u.a.) sowie Theaterstücke (Henny Porten, Felix Salten, Emil Jannings, Conrad Veidt, Luise Rainer u.a.). Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb im Gebäude nur das Slowakische Nationaltheater tätig, dessen Schauspielhaus 1955 in das neue P. O. Hviezdoslav-Theater umzog. In den Jahren 1969 – 72 wurde das Theater umgebaut und in Richtung Comenius-Platz erweitert (ein Projekt von Rajmund Hirth). Nach Fertigstellung des neuen Gebäudes des Slowakischen Nationaltheaters (2007) spielt im historischen Gebäude vor allem die Oper des Slowakischen Nationaltheaters.

Ein Treffen vor dem Nationaltheater im Jahre 1958.

Plakat zur feierlichen Eröffnung des Stadttheaters, die am 22. September 1886 stattfand. Das Theater wurde mit der Aufführung der Oper Bánk bán von Franz Erkel eröffnet, die während der ersten Handlung vom Komponisten selbst dirigiert wurde.

An der Stelle des heutigen historischen Gebäudes des Slowakischen Nationaltheaters stand bereits seit dem Jahre 1776 ein Stadttheater, das Graf Georg Csáky errichten ließ. Das Theater auf dem Foto von C. Körper.

Zeitgenössische Eintrittskarte für das Stadttheater.

Das Stadttheater, erbaut in den Jahren 1884 – 86 auf einer historischen Postkarte aus der Zeit der 1. Tschechoslowakischen Republik.

Der neobarocke Ganymed-Brunnen vom Bildhauer Viktor Tilgner. Sein Auftraggeber war die Erste Pressburger Sparkasse, die den fertigen Brunnen im Jahre 1888 der Stadt schenkte. 11. Die originale ungarische Inschrift auf dem historischen Gebäude des Stadttheaters.

Das Stadttheater in der Zeit der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn.

Das Gebäude des Slowakischen Nationaltheaters auf einer zeitgenössischen Postkarte.

Der Umbau des Gebäudes des Slowakischen Nationaltheaters im Jahre 1948.

PK.

Übersetzung: Melinda Rácz

Bilder und Fotos: Archiv von Pressburger Kipferln, Peter Janoviček.

 

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